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Direkt zu Beginn möchte ich darauf hinweisen, dass Klang ausschließlich subjektive Empfindung ist. Es gibt einige Merkmale oder Funktionen anhand derer man Headsets unterscheiden kann, ob es gut ist oder nicht, aber im Prinzip hört jeder Mensch beim selben Headset etwas anderes.

Mir geht es hier außerdem nicht um den besten Klang, sondern um das beste Headset für Gaming sowie um die besten Funktionen und Einstellungen von einem Gaming-Headset. In naher Zukunft werden dann Gaming-Headset-Tests folgen – ich hoffe Du schaust auch dann wieder vorbei. 😉

On-Ear oder Over-Ear?

Die Bauweise spielt eine große Rolle bei Klang, Isolation und Komfort. Ein großes, schweres Headset wird besser sitzen, wenn es große Polster hat und über den Ohren liegt, weil sich das Gewicht dann leichter verteilen kann.

Ein On-Ear-Headset hingegen sollte eher leicht sein und kann dann auch sehr gut sitzen. Im Gegensatz zu den Over-Ear-Headsets drücken diese jedoch häufig unangenehm. Für Brillenträger empfiehlt sich eher die Over-Ear-Variante, weil die On-Ear-Variante sonst die Brille zwischen Ohr und Kopf „einklemmt“.

Ein Nachteil von Over-Ear-Kopfhörern ist aber, dass es unter ihnen unangenehm warm werden kann. Am besten wäre es, wenn Du vor dem Kauf das Gaming-Headset einmal testen könntest, denn nichts ist unangenehmer als ein schlecht sitzendes Headset. In Kürze bekommt man Kopfschmerzen und hat eventuell weniger Spaß beim Zocken.

In der Regel sind Over-Ear-Headsets die bessere Wahl, aber am Ende zählt Dein eigenes Wohlgefühl.

Geschlossen oder offen?

Man unterscheidet Over-Ear-Headsets in der Regel zwischen offen, halboffen oder geschlossen. Doch welche Vor- und Nachteile bringen diese Varianten?

  • Offene Kopfhörer
    Bei ihnen ist der Bass meist weniger stark ausgeprägt, die Präzision ist geringer und die tiefen Töne sind etwas weicher und schwammiger. Allerdings gewinnen sie ein paar Punkte bei der Raumabbildung, denn das Klangbild ist offener als bei einem geschlossenen System. Man könnte meinen, das erzeugt eine authentischer wirkende Kulisse und hilft eventuell bei der Ortung von Klängen. Wenn es aber wichtig ist, in hitzigen Situationen trotzdem kristallklare Schritte oder Sounds zu hören, dann sind diese Art von Headsets eher ungeeignet.
  • Halboffene Modelle
    Halboffene Kopfhörer schirmen etwas mehr die Gehörgänge ab und sorgen für sattere Klänge und druckvollere Bässe. Sie dämpfen jedoch die Umgebungsgeräusche ab, was für Ego-Shooter sicherlich gut, aber für eine LAN-Party mit MOBA-Games eher ungeeignet ist.
  • Geschlossene Headsets
    Persönlich meine Favoriten unter den Over-Ears, denn sie schirmen die Umgebung sehr gut ab. Für jemanden der gerne Ego-Shooter spielt ist das genau die richtige Wahl. In der Regel bieten diese auch einen guten Klang und starke Bässe.

Es kommt ganz auf die Art von Spiel an, die Du spielen wirst. Bei Ego-Shootern würde ich Dir definitiv zu geschlossenen Over-Ear-Headsets raten.

Surround-Sound oder klassisch Stereo?

Viele Hersteller werben mit 3D-, 5.1- und 7.1-Sound. Dabei handelt es sich meistens um ganz normale Stereo-Headsets. Der Klang wird nur mittels einer Software so verändert, dass ein räumlicher Eindruck entstehen kann.

Es gibt verschiedene Techniken, aber in der Regel funktionieren sie alle über psychoakustische Tricks und es ensteht kein „echter“ Surround-Sound. Anschließend versucht Dein Gehirn daraus einen mehr oder weniger überzeugenden Raumklang zu machen.

Durch solche Kniffe entstehen aber oft Nebeneffekte, z.B. starker Hall oder eine zusätzliche Betonung von schon störenden Klängen. In der Regel lässt sich das ausstellen und das würde ich Dir auch empfehlen.

Ich persönlich besitze ein Headset was 7.1-Sound simulieren könnte, aber nutze nur den Stereo-Sound. In der Regel sind Spiele auch nur dafür ausgelegt.

USB-Soundkarte

Eine USB-Soundkarte ist kein Muss, aber definitiv ein cooles Feature – wenn sie denn gut ist. Über die USB-Soundkarte kommen teilweise gute Equalizer, eine Beleuchtungsfunktion oder Presets für Surround-Simulation mit.

Meistens kommen diese USB-Headsets auch mit umfangreichen Kabelfernbedienungen, die zwar nicht nötig sind aber helfen können, wenn man z.B. das Mikrofon schnell muten muss. Die USB-Soundkarten sind häufig besser als der verbaute Onboard-Codec von Mainboards – aber das ist leider nicht immer gegeben.

Schlechte USB-Soundkarten erkennt man häufig durch ein nerviges Rauschen im Hintergrund. Wenn Du eine dedizierte Soundkarte hast, dann klingt das Headset per USB angeschlossen immer schlechter und Du solltest ein Gaming-Headset mit Klinkenanschluss wählen.

USB-Soundkarten sind kein Muss, aber definitiv ein nettes Goodie. Solltest Du eine dedizierte Soundkarte haben, dann verzichte auf USB-Soundkarten.

Frequenzen

Es gibt drei für das menschliche Gehör relevante Frequenzen, wenn man es sehr grob betrachtet: Tief-, Mittel- und Hochton. Diese Frequenzen werden in der Regel von 20 Hz bis etwa 20.000 Hz abgedeckt. Alles was unterhalb von 20 Hz passiert nennt sich Infraschall. Und wir können es nur durch verhältnismäßig starke Druckveränderungen in der Luft wahrnehmen, aber nicht hören.

Ultraschall beginnt bei 20.000 Hz und kann von den wenigsten Menschen wahrgenommen werden. Nur sehr junge Personen mit einem ausgezeichneten Gehör können wenn überhaupt ein leises Pfeifen vernehmen.

Diese Informationen findest Du in allen technischen Daten. Das Problem ist aber, dass man den Klang eines Headsets darüber nicht bestimmen kann. Nicht unbedingt die Breite des Frequenzbereichs, sondern die Frequenzamplitude hat Auswirkungen auf den Sound.

Die Frequenzamplitude bestimmt die Lautstärke eines bestimmten Punkts im Frequenzband. Für Freunde der Zahlen bringt das aber ein Problem mit sich, denn die Treiber können vielleicht 20 – 20.000 Hz abdecken, aber wie laut diese Frequenzen abgespielt werden, das kann man anhand dieser Informationen nicht ablesen. Wahrscheinlich ist sogar nur ein Bruchteil davon laut genug um wahrgenommen zu werden.

Da die meisten Messungen im Audio-Bereich erst ab 1 KHz (= 1000 Hz) vorgenommen werden, reicht es für Hersteller erst ab dieser Stelle des Frequenzbandes gute Werte abzuliefern. Der Klang und der Rest der Frequenzkurve sind bei diesen Messungen also praktisch irrelevant.

Die Hersteller gehen sogar so weit, dass sie bei 1 KHz möglichst genau 0 dB erreichen wollen, den sogenannten „Honey Pot“. Lass Dich also nicht von Zahlen täuschen, sondern vertrau auf Dein Gehör.

Häufig wird die Amplitude einer Frequenz oder eines ganzen Frequenzbereichs angehoben, damit man bestimmte Töne besser heraushören kann, z.B. Stimmen.

Das Anheben kann aber auch Nachteile mit sich bringen, denn das menschliche Gehör ist auf laute Töne konditioniert. Es reagiert also besonders sensibel auf laute Geräusche und je höher eine bestimmte Frequenz angehoben wird, desto deutlicher sticht sie aus dem Klangbild heraus und verdeckt schlimmstenfalls nebenliegende Töne.

Auch können durch ein solches Eingreifen Unsauberkeiten wie z.B. Nachschwingen der Treiber oder ungewollte Resonanzen in der Ohrmuschel entstehen. All diese Faktoren spielen beim Klang eines Gaming-Headsets eine große Rolle.

Bei der beliebten Bassanhebung schleicht sich oft eine Mittenschwäche ein. Im schlimmsten Fall fängt sich die Frequenzkurve erst wieder im Hochtonbereich, um dann direkt wieder abzustürzen. Diese Form von Frequenzkurve nennt sich umgangssprachlich „Badewanne“, weil es aussieht wie der Querschnitt einer Badewanne.

Versteh mich aber bitte nicht falsch, denn so eine Anpassung ist nicht immer schlecht, sondern Geschmackssache. Viele Menschen empfinden ein solches Klangbild als sehr angenehm und vor allem normal. Im besten Fall sorgt eine leichte Bassanhebung für einen warmen Grundton und knackige Bässe.

Eine sanfte Betonung von Höhen hilft beim Herausarbeiten von Details, der Einschätzung von Entfernung, sowie der Richtung von Klängen und der Stimmverständlichkeit. Wichtig ist allerdings, dass sich im Klangbild keine großen Löcher auftun oder Mitten zu weit in den Hintergrund treten.

Achte nicht so sehr auf den Frequenzbereich von 20 bis 20.000 Hertz, sondern ob sich das Ganze für Dich gut anhört und für Dein Gaming eignet ist.

Plattform

Bei der Entscheidung für ein Gaming-Headset solltest Du Dich vorher für eine Plattform entschieden haben. Im Prinzip kann man fast jedes Headset mit Adapter auch für jedes System verwenden, aber am besten ist es, wenn der Kopfhörer von Anfang diese Plattform unterstützt. USB-Headsets eignen sich z.B. eher weniger für Konsolen als Headsets mit Klinkenanschluss.

Ich persönlich bevorzuge Produkte für die Plattform für die sie gemacht sind. Bietet es sich an, dann wähle die Variante für Deine Plattform.

Wireless oder mit Kabel

Die kabelgebundenen Modelle schließt man in der Regel per Soundkarte an den Computer oder an den Headset-Eingang am Kontroller an. Der Vorteil dabei ist die Unabhängigkeit von einer verbauten Soundkarte im Computer und es gibt eigentlich nie Übertragungsschwierigkeiten oder irgendwelche Interferenzen.

Kabellose Headsets hingegen übertragen die Signale per Funk an einen meistens im Lieferumfang enthaltenen Empfänger. Die Datenübertragung erfolgt häufig per Bluetooth mit einer maximalen Reichweite von 10 Metern. Dadurch bist Du etwas eingeschränkt in Deiner Flexibilität und auch Interferenzen sind möglich, aber die heutigen kabellosen Headsets sind normalerweise problemlos nutzbar.

Kabellose Gaming-Headsets sind inzwischen eigentlich problemlos nutzbar. Achte am besten etwas auf Qualität und gib notfalls ein paar Euro mehr aus.

Das Mikrofon

Das Mikrofon darf nicht rauschen, aber ich vermute das schaffen 95% aller Gaming-Headsets. Viel wichtiger finde ich es, dass man das Mikrofon abnehmen und flexibel einstellen kann. Allerdings ist diese Flexibilität nicht unbedingt ein Kaufargument. Es ist lediglich ein nettes Gimmick was ich persönlich nicht missen möchte.

Ich persönlich bevorzuge flexibel einstellbare und abnehmbare Mikrofone, allerdings ist das kein Muss für ein gutes Gaming-Headset.

Rauschunterdrückung

Bei der Rauschunterdrückung wird zwischen zwei Arten unterschieden: für Mikrofone und für Lautsprecher. Für Mikrofone empfiehlt sich eine Rauschunterdrückung, denn es filtert unerwünschte Nebengeräusche raus. Allerdings schaffen das Programme wie Teamspeak und Discord inzwischen auch schon recht gut.

Bei Lautsprechern kann eine Rauschunterdrückung auch Szenerie-Sound nehmen und das Geräusch filtern, bevor es an die Ohren gelangt. Das erzeugt also ein leichtes Delay inklusive einem vielleicht schlechteren Sound.

Bei einem Mikrofon bietet sich eine Rauschunterdrückung an, bei den Lautsprechern würde ich darauf verzichten – wenn möglich.

Zusammenfassung von allen wichtigen Punkten

Am wichtigsten ist Dein Gefühl und Dein Verständnis eines guten Klangbilds, aber um Dir einen Anhaltspunkt von allen wichtigen Details eines Gaming-Headsets zu geben – hier die Zusammenfassung:

  • On-Ear oder Over-Ear?
    Für Ego-Shooter definitiv Over-Ear, für alle anderen Arten von Spielen kannst Du das selbst entscheiden.
  • Geschlossen oder Offen?
    Auch hier würde ich Dir bei Ego-Shootern zu Over-Ear-Headsets raten und für andere Spiele die Entscheidung selbst überlassen.
  • Surround-Sound oder Stereo?
    Die meisten Spiele unterstützen nur Stereo-Sound, dazu kommt noch, dass die meisten Surround-Sounds in Gaming-Headsets über verschiedene Tricks entstehen und selten gut klingen.
  • USB-Soundkarte
    Wenn Du keine dedizierte Soundkarte hast, dann würde ich Dir zu einer USB-Soundkarte raten. Ist allerdings kein Muss.
  • Frequenzen
    Achte nicht zu sehr auf den Frequenzbereich von 20 bis 20.000 Hertz, es muss sich am Ende gut anhören und fürs Gaming eignen.
  • Plattform
    Achte auf Plattform-kompatible Gaming-Headsets, allerdings gibt es für fast alles inzwischen auch Adapter.
  • Wireless oder Kabel?
    Inzwischen sind die Wireless-Gaming-Headsets gut ausgereift und machen daher kaum einen Unterschied. Allerdings würde ich für gute Qualität auch etwas mehr Geld ausgeben bei dieser Art von Headset.
  • Mikrofon
    Wenn möglich, dann sollte es flexibel einstellbar und abnehmbar sein. Ist aber kein Muss.
  • Rauschunterdrückung
    Rauschunterdrückung bei Mikrofonen ist zu empfehlen, bei den Lautsprechern würde ich, wenn möglich, darauf verzichten.
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