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Optischer Sensor vs Laser - Gaming-Maus

Optischer Sensor vs. Laser bei Gaming-Mäusen

Gut in der Hand soll sie liegen und über leicht zugängliche Bedienelemente verfügen: Um Ausführungen und individuelle Features einer Gaming-Maus entbrennen regelrecht Glaubenskriege bezüglich des dadurch gebotenen Mehrwerts für anspruchsvolle Spieler.

Unter der häufig ideologisierten Fachsimpelei verbergen sich meist persönliche Vorlieben, die angesichts sehr spezieller Anforderungen in bestimmten Genres durchaus berechtigt erscheinen, aber zugleich keine allgemeingültige Übertragbarkeit besitzen.

Ähnliche Verläufe nehmen auch Diskussionen bezüglich der Sensortechnologie via Laser oder LED. Die rein optische Verarbeitung hat bereits kurz nach der Jahrtausendwende den klassischen Vorgänger mit Mausball zunehmend vom Markt verdrängt. Doch welche Spezies gewährt Dir als Gamer die optimale Unterstützung?

Alle modernen Gaming-Mäuse arbeiten optisch

Laser wecken automatisch Assoziationen mit Action und höchster Präzision, während die Bezeichnung als optische Maus einen etwas genügsameren Unterton anschlägt. Allerdings ist in technischer Hinsicht die inzwischen etablierte und somit leider auch verwirrende Klassifizierung schlicht falsch.

Tatsächlich basierte sogar der Urvater, die Kugelmaus, auf einem optischen Verfahren unter Nutzung von Lichtschranken in Kombination mit mechanischen Komponenten. Die Abtastungssysteme moderner Zockermäuse arbeiten heute rein optisch. Nur die Beleuchtungsmethode mit LED oder Laser unterscheidet sich.

Prinzipiell besitzen alle Mäuse einen optischen Sensor. Während die Lichtquelle die Unterlage anstrahlt, liest der lichtempfindliche Sensor das Bild ein und analysiert in Folge einer Bewegung die Differenz zwischen den einzelnen Frames. Der Signalprozessor arbeitet kontinuierlich an dieser Auswertung und zieht daraus Rückschlüsse, in welche Richtung und mit welcher Geschwindigkeit Du Deine Maus aktuell ziehst.

Unebenheiten und Strukturen dienen als wichtiger Orientierungspunkt für diesen Prozess. Fehlen diese wichtigen Hinweisgeber, schlägt die Interpretation fehl – es kommt zu störenden Aussetzern oder der Cursor glänzt durch vollständigen Stillstand.

Lasermaus oder optische Maus – die wichtigsten Eigenarten

Anhänger und Anbieter beider Technologien werben für deren spezifischen Vorzüge. Tatsächlich existieren feine Unterschiede im alltäglichen Gebrauch. Auf dem Papier unterstützen Laser einen präziseren Abtastungsprozess und kommen selbst mit glänzenden und glatten Oberflächen klar.

Grund hierfür ist in erster Linie der Speckle-Effekt, der selbst bei schwierigem Material einen ausreichenden Kontrast und eine korrekte Erkennung durch den Bildsensor garantiert. LEDs zeigen sich hier deutlich wählerischer und bevorzugen dunkle Matten mit einer gröberen Struktur oder Textur.

Theoretisch eignet sich damit die Lasertechnik für den mobilen Einsatz, wenn Du nicht immer ein passendes Mauspad griffbereit hast. Stationäre Gamer-PCs besitzen jedoch im Regelfall ohnehin die notwendige Ausstattung, wodurch dieser Vorteil eher für den Alltagsgebrauch mit wechselnden Orten oder speziellem Mobiliar interessant erscheint. Gewöhnliche Mauspads sind für beide Maustypen völlig ausreichend und stellen Dich auch finanziell vor keinerlei schwere Herausforderung.

Lift-Off-Distance

Einen größeren Einfluss über Kontrolle besitzt die Lift-Off-Distance. Diese beschreibt den notwendigen Abstand zwischen Gaming-Maus und Gaming-Mauspad, bis die Bewegungserkennung vollständig zum Erliegen kommt. Je nach Genre und Deinen persönlichen Vorlieben kann das leichte Abheben und Neupositionieren der Maus hier den entscheidenden Ausschlag geben.

Optische Mäuse haben in der Regel eine höhere Distanz. Einige Modelle funktionieren noch bei zwei Zentimetern Abstand. Hebst Du im Eifer des Gefechtes das Gerät an, können unbedachte Bewegungen den Cursor an unerwünschte Stellen manövrieren. Vor allem im kompetitiven Bereich kann dies ein Problem darstellen.

Allerdings dürfte diese Charakteristik nur bei langsamen und extrem feinen Mausbewegung in Kombination mit einer sehr geringen Abtastgeschwindigkeit auffallen. Genügen bereits relativ kurze Strecken, um den Cursor über den kompletten Bildschirm zu schicken oder in 3D-Shootern eine 180°-Wende hinzulegen, wird die Lift-Off-Distance keinen nennenswerten Einfluss auf Dein Spielerlebnis nehmen.

Lasergeräte besitzen nicht immer von Haus aus eine niedrige, optische Kontaktschwelle. Echte Gaming-Peripherie mit Lasertechnik lässt sich aber meist über beigelegte Software anpassen. Sie bieten auf diesem Gebiet also einen kleinen Vorteil gegen über den LED-Vertretern.

Extreme Unterschiede bestehen allerdings nicht mehr. Hersteller haben längst reagiert und bieten attraktive Produkte mit einer absolut akzeptablen LOD für LED-Äquivalente an.

DPI-Wettlauf und der wahre Nutzen

Laser arbeiten präziser – doch was genau bedeutet das für Dich als Gamer? Im direkten Kopf-an-Kopf-Rennen deutet sich auch hier ein leichtes Plus gegenüber der LED als Lichtquelle an. So gestatten Lasermäuse höhere DPI-Werte (Dots per Inch).

Diese Zahl steht repräsentativ für die wahrnehmbaren Punkte auf einer 2,54 cm (Zoll) langen Geraden zur Bewegungsanalyse. Die technisch treffendere Bezeichnung lautet allerdings CPI (Counts per Inch). DPI kommt ursprünglich aus dem Fachjargon des Drucks, wo Punkte auf dem Papier anstelle von Pixeln eines Monitors als maßgebende Einheit fungieren.

Je größer der Wert, desto schneller wandert der Mauszeiger ohne nachträgliche Software-Beschleunigung über den Bildschirm. Allerdings unterbreiten Dir Anbieter inzwischen teils schwindelerregende DPI-Monster als Appetitanreger zum Kauf ihrer neusten Kreationen.

Da die kleinen Sensoren bei einer feineren Einteilung jedoch auch anfälliger für digitale Artefakte und Bildfehler werden, garantieren solch wahnwitzigen Auflösungen nicht zwangsläufig eine präzisere Steuerung.

Viele Mäuse haben zudem eine recht ähnliche Sensortechnik von den vier großen Marktanbietern integriert. Deren Feinabstimmung gibt daher häufig den entscheidenden Ausschlag über das subjektive Spielgefühl.

Nativ arbeiten die Sensoren von Gaming-Peripherie meist mit einem Grundwert von 800 bis 1600 CPI sowie einem Vielfachen dieser Basis bei entsprechend fortlaufender Unterteilung der Bildfläche.

Mit einem Wert ab 800 wirst Du in vielen Genres bereits vollkommen zufrieden sein. Vorteilhaft sind höhere Zahlen in Kombination mit einem DPI-/CPI-Umschalter an der Maus. So kannst Du in Echtzeit im Spiel die Empfindlichkeit der Maus je nach Spielsituation anpassen.

Eine nachträgliche Erhöhung per Software ohne Präzisionsverlust bleibt aber unmöglich, ein Absenken der nativ angegebenen DPI wirkt sich dagegen nicht negativ auf die Signalübertragung und Genauigkeit des Cursors aus. Aber Vorsicht: CPI/DPI sagen alleine nichts über die Genauigkeit der Technik aus, sondern geben nur die Schnelligkeit der Übertragung durch die Mausbewegung wieder.

In erster Linie musst Du Deine Bedürfnisse für die Wahl der richtigen Maus bereits kennen. IPS (Inches per Second) gibt Dir hingegen Auskunft über die maximale Bewegungsgeschwindigkeit des Eingabegerätes, ohne dabei einen Verlust der Signalqualität bei der Umsetzung in Kauf zu nehmen.

Latenzen und Bewegungsübertragung berücksichtigen

Vielmehr üben andere Eigenschaften Einfluss auf die gefühlte Präzision der Mausbewegung aus. LED oder Laser gelten eher als zweitrangig. Verzögerungen bei der Bewegung des Mauszeigers fallen Dir im normalen Alltag beim Surfen oder der Bedienung anderer Programme kaum auf. In Spielen kann sich dies aber als zusätzliches Nadelöhr und Störfaktor herausstellen.

Wo immer es auf schnelle Reaktionsfähigkeiten und zeitlich genau abgestimmtes Tastendrücken ankommt, bleiben Latenzen absolut unerwünscht. Hier gibt Dir die Polling-Rate die wichtige Information, wie häufig pro Sekunde der Signalprozessor mit dem PC kommuniziert. Zur Prävention von Latenzen liefern hochwertige Produkte hier 500 bis 1000 Hz oder mehr.

Hochauflösende Sensoren mit Lasertechnik arbeiten teilweise zu genau und übersetzen selbst feinste Schwankungen im Bewegungsmuster. Als Konsequenz äußerst sich dies in Form von zackigen Linien beim Zeichenversuch einer geraden Linie in einem Bildbearbeitungsprogramm.

Viele Eingabegeräte arbeiten mit Angle-Snapping und glätten diese Ausreißer aus. Dies erschwert allerdings feinste Justierungen in Spielen und lässt die Navigation in Spielen manchmal sprunghaft wirken. Wird ein Treiber mitgeliefert, dann kannst Du diese Option bei Bedarf einfach deaktivieren.

Fazit: Lasersensor und optischer Sensor eignen sich beide hervorragend für Gamer

Eine klare Trennung von LED und Laser ist trotz der unterschiedlichen Eigenschaften in der Regel nicht sinnvoll. Die Gaming-Maus sollte primär Deinen persönlichen Spielstil unterstützen, gut in der Hand liegen und natürlich über konfigurierbare Softwarefunktionen und eine DPI-Taste verfügen.

Der Unterschied zwischen Laser und LED (optisch) fällt bei durchschnittlichen Spielern im Zockeralltag ohnehin nicht relevant auf. Beide Verfahren liefern inzwischen sehr gute, vergleichbare Ergebnisse.

Ein mittlerer DPI-Wert genügt vollkommen, Rekordangaben auf den Packungen solltest Du hingegen mit Vorsicht zur Kenntnis nehmen. Auf gehobenem Niveau spielen persönliche Präferenzen und das dauerhafte Training meist die tragende Rolle bei der Wahl des digitalen Nagers.